FAQ
Konzept
Wie werden die Schüler ausgewählt?
Wir haben zwei Kriterien, welche wir gleichermassen berücksichtigen: Talent und Bedürftigkeit. Talent wird gemessen an der Vision, welcher der Schüler oder die Schülerin in einem kurzen Aufsatz zum Ausdruck bringt (als Teil der Bewerbung) sowie anhand der Schulnoten (In Kenia gibt es nach der Grundschule einen kostenlosen, standardisierten Einstufungstest.) und einem Assessment. Betreffend Bedürftigkeit: Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass etwa 40-50% aller Schulkinder in Kenia sich die Gebühren für die Mittelschule nicht leisten können, das heisst gemäss diesem Kriterium sind viele Personen bedürftig. Wir evaluieren die Bedürftigkeit durch eine kurze Beurteilung der Lehrer und aufgrund von Informationen wie Berufe der Eltern (In vielen Fällen sind die Eltern Kleinbauern oder ein Elternteil ist bereits verstorben - oft auch beide), Anzahl der Geschwister, etc. Bei Zweifeln führen wir entweder ein Telefoninterview durch oder ein persönliches Interview bei den Schülern zuhause. In persönlichen Interviews achten wir auf Kriterien wie die Anzahl an elektronischen Geräten im Haushalt, ob die Familie Zugang zu Elektrizität hat, welche Art von Wasserzugang vorhanden ist (z.B. Brunnen, Fluss, Regenwasser etc.), die Art des Hausdachs (d.h. Metall oder Palmenblätter). Da wir eine noch sehr kleine Organisation sind, kennen wir die Bewerber häufig persönlich. Nach dieser Vorauswahl haben wir festgelegt, dass alle der potentiellen Schüler auf der engeren Auswahlliste talentiert und bedürftig sind. Die endgültige Aufnahme der Schüler ins Programm wird durch den AiduMaker vorgenommen, welcher dem Schüler das Stipendium finanziert.
Was passiert mit den Schülern, die zuhause bleiben oder Geld verdienen, anstatt in die Schule zu gehen?
Alle Schüler sind hoch motiviert, weil sie wissen, dass Ausbildung ihre einzige Chance ist, ihre Träume zu verwirklichen.
Jeder erfolgreiche Bewerber des Aiducation Stipendien-Programms hat hoch gesteckte Ziele, welche eine wichtige Rolle im Vorauswahl-Prozess von Aiducation International spielen. Sie wissen, dass das Stipendium ihnen eine neue Chance im Leben eröffnet und (wir hoffen) sie werden diese Chance nutzen. Zwischenzeugnisse belegen den Fortschritt und die Anwesenheit
des Schülers in der Schule. Sollte der Schüler entscheiden, die Schule zu schwänzen oder gänzlich aus dem Programm ausscheidet, kann der AiduMaker zusammen mit Aiducation International entscheiden, ob das Stipendium weitergeführt
oder beendet wird.
Wieso verpflichtet ihr nicht alle Schüler das Stipendium zurückzuzahlen, sobald sie genügend verdienen?
Dieser Aspekt ist schon lange in Diskussion. Allerdings ist es in Afrika nicht einfach, mit Alumni in Kontakt zu bleiben - besonders, wenn die Schüler selbst dies nicht wollen - da wenige Personen eine fixe (Post-)Adresse haben. In Kontakt zu bleiben würde einen grossen finanziellen und administrativen Aufwand bedeuten. Ausserdem unterstützen wir Mittelschüler, das heisst, dass es mehrere Jahre dauert, bis diese einen anständigen Lohn erhalten, um das Stipendium zurückzahlen zu können. Wir werden versuchen durch soziale Netzwerke mit so vielen Schülern wie möglich in Kontakt zu bleiben und setzen auf Freiwilligkeit. Mit unserem Stipendien-Programm wollen wir Kenias Zivilgesellschaft und Infrastruktur unterstützen. Eine Gesellschaft, in der sich die Leistungsträger für die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung ihres Landes einsetzen. In unseren Academies werden die Stipendiaten ermutigt, ihr Potenzial dafür einzusetzen, Kenia zu einem besseren Ort zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen euch und beispielsweise Organisationen wie "World Vision" und "Plan"?
Aiducation International sieht sich nicht als eine Patenschaftsorganisation. Die wichtigsten Gründe dafür sind: 1. Das Leistungsprinzip: Wir unterstützen talentierte Schüler, welche bedürftig sind, gute Schulnoten haben, hoch motiviert sind und eine überzeugende Vision für ihr Leben haben. Damit stellen wir eine effiziente Verwendung des Geldes und den grösstmöglichen Impact für die AiduMakers sicher. 2. exklusive 1:1 Beziehung zwischen AiduMaker und Schüler: AiduMaker können den Fortschritt ihres Schülers verfolgen und sehen, wie ihr Geld verwendet wird und wie es eine positive Wirkung für den Schüler und sein Umfeld erzeugt. 3. keine Verwaltungskosten: Wir ziehen keine Verwaltungskosten von den Zahlungen der AiduMaker ab - mindestens 90% des Geldes fliesst in die Finanzierung der Stipendien! Wir arbeiten mit "Corporate Sponsors" ("Infrastruktur-Sponsoren"), welche unsere Verwaltungskosten finanzieren. Ausserdem hat Aiducation International keine bezahlten Mitarbeiter. Die Organisation wird von einer Gruppe Freiwilliger geführt. 4. unsere Mentorship Academies: Während dieser jährlichen Seminare kommen alle von uns unterstützen Schüler zusammen um zu networken und von einander zu lernen, sowie während Workshops und Vorlesungen Ideen zu entwickeln, wie jeder einzelne von ihnen sein Potenzial einsetzen kann, um ein besseres Kenia zu verwirklichen.
Welche Schulen besuchen die Schüler?
Die Schüler besuchen normalerweise eine der Top 100 Schulen (Internate) in Kenia. Die Ausbildung an diesen Top Institutionen ist vergleichbar mit der Qualität von europäischen Mittelschulen. Wieso die Top Schulen? - Nach den standardisierten nationalen Prüfungen nach der Grundschule sind dies die Schulen, welche die besten Schüler auswählen. Aiducation International unterstützt nur Schüler mit sehr guten Noten, und dies sind die Schüler, welche ausgewählt wurden, um eine dieser Top Schulen zu besuchen. Häufig können sie es sich ohne Stipendium nicht leisten, diese ohne Stipendium zu besuchen.
WAS UNTERNEHMT IHR, WENN die Familie eines Schüler in eine finanzielle, soziale oder andere Krise gerät?
Ja, das ist ein Problem. Wir verfolgen keinen einheitlichen Ansatz, sondern konzentrieren uns vor allem auf die Schulgebühren und die nicht-finanzielle Unterstützung der Schüler in unseren "Mentorship Academies". Da die Jugendlichen Internate besuchen, sind sie immer versorgt und haben eine Bleibe.
In welchen anderen Ländern seid ihr aktiv?
Momentan unterstützen wir nur Schüler in Kenia.
Kann ich An eineN Schüler in einem anderen Land ein Stipendium vergeben?
Momentan haben wir nur Partnerschaften mit Schulen in Kenia, aber voraussichtlich werden wir noch dieses Jahr ein zweites Land, welches in Asien sein wird, dazunehmen.
Leistungsprinzip
Warum unterstützt ihr nur "High Potentials"?
Wir glauben, dass Menschen die wichtigste Hebelwirkung haben für die politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Wir nennen die "High Potentials" die das höchste geistige Potenzial haben und daher einen positiven Wandelin Ihrem Land erreichen können. Durch die gezielte Unterstützung von "High Potentials" wollen wir die Entwicklung Kenias unterstützen.
Was ist ein "High Potential" für Aiducation International?
Ein "High Potential" ist ein Schüler, der eine Vision für sein Leben hat, welche die Entwicklung des Landes fördert. Viele unserer Schüler wollen beispielsweise einen Beruf im Gesundheitswesen ergreifen, und wir glauben, dass dies ein Gebiet ist, in welchem Kenias hellste Köpfe viel bewegen können.
Wählt ihr wirklich die richtigen Schüler aus und nicht nur die Streber? Welches sind eure Auswahlkriterien betreffend der Schüler?
Erstens nehmen wir eine Vorauswahl aller Schüler vor nach zwei grundsätzlichen Kriterien: Talent und Bedürftigkeit. Der Auswahlprozess beinhaltet drei Schritte:
1. Zunächst bewerben sich die Schüler bei uns mit unserem achtseitigen Bewerbungsbogen, indem die Begabung (Lebensvision, Notendurchschnitt, freiwilliges Engagement, Empfehlungen der Lehrer) und die Bedürftigkeit (Anzahl und Alter der Geschwister, Beruf der Eltern, leben die Eltern noch?, Empfehlungsschreiben der Lehrer) der Schüler evaluiert werden.
2. Anschliessend folgt bei Kandidaten, wo wir uns (noch) unsicher sind, ein persönliches Interview, häufig - aber nicht immer - beim Bewerber zu Hause, wo wir den Lebensstandard des Schülers und seiner Familie evaluieren, unter anderem die Art des Wasserzugangs (d.h. Leitung, Brunnen, Fluss, Regenwasser), Anzahl der elektrischen Geräte, und ob Stromversorgung vorhanden ist.
3. Im 3. Schritt schliesslich wählt der AiduMaker den Bewerber aus, von dessen Potenzial er am meisten überzeugt ist.
Wie messt ihr Erfolg?
Am Ende des Schuljahres erhält jeder AiduMaker Fortschrittsberichte über seinen Schüler. Diese beinhalten Schulnoten, welche den Erfolg des Schülers im Klassenzimmer messen. Darüber hinaus können alle Schüler weitere Dokumente zufügen, welche ihr Engagement ausserhalb des Klassenzimmers belegen (einer unserer Schüler hat beispielsweise eine kleine, lokale Initiative gegründet, um gegen eine Hungersnot im Norden Kenias zu kämpfen). Die Stipendien werden daraufhin jeweils um ein weiteres Jahr verlängert - maximal vier Jahren. Wenn die schulischen Leistungen des Schülers nicht den Erwartungen entsprechen, kann die Verlängerung des Stipendiums verweigert werden. In diesen Fällen ist es möglich das Stipendium nach Absprache mit dem AiduMaker auf einen anderen Schüler zu übertragen werden.
Ihr sagt, ihr wollt Infrastrukturen für Kenia errichten. Was passiert, wenn alle eure talentierten Schüler nach der Ausbildung ins Ausland gehen? Wie wollt ihr gegen den "Brain Drain" ankommen?
Wir sind uns dieses Themas bewusst, glauben jedoch nicht, dass dies eine drohende Gefahr ist. 1. Selbstverständlich möchten wir, dass unsere Schüler in Kenia bleiben und wir versuchen daher, solche Schüler zu unterstützen, welche diese Absicht haben. a) Neben dem Vorweisen von guten Schulnoten müssen die Schüler beschreiben, wie sie ihr Talent für ein besseres Kenia nutzen möchten. Schüler die einfach nur das System ausnutzen und nachher im Ausland viel Geld verdienen wollen, werden in der Auswahl nicht berücksichtigt! b) Unsere jährlichen "Mentorship Academies" dienen auch dazu, den jungen Talenten klarzumachen, dass ein Stipendium ein Privileg ist und sie die Verantwortung haben ihr Talent zu nutzen - für sich und für ihr Land. 2. Da es sich bei unseren Stipendiaten um Mittelschüler und nicht um Studenten handelt, werden nur sehr wenige die Chance bekommen in näherer Zukunft ins Ausland zu gehen. 3. Selbst wenn Studenten ihr Land verlassen, kann der Effekt für Kenia positiv sein. Zum einen ist "Brain Drain" nicht notwendigerweise nachteilig für die Entwicklung in Kenia. Da einige der Betreffenden wieder zurück in ihr Land gehen nach einigen Jahren wird dadurch auch der Transfer von Know-How von entwickelten Ländern in Entwicklungsländer unterstützt. Ein prominentes Beispiel ist Mahatma Ghandi, welcher Jahre in England und Südafrika verbracht hat, bevor er sein Wissen und seine Fähigkeiten in Indien eingesetzt hat. Nobelpreisträgerin Wangari Maathai ist ein weiteres Beispiel - sie hat einige Jahre in den USA gelebt bevor sie nach Kenia zurückgekehrt ist, um eine "green-belt-Bewegung" zu starten. Ein weiteres Beispiel ist unser Aiducator aus Kenia, Raymond, welcher ins Ausland gegangen ist und nun für Aiducation International Deutschland arbeitet. Der positive Effekt auf die Entwicklung des Humankapitals ist also sichergestellt trotz des "Brain Drain"-Risikos! (Zusätzliche Information: Im Jahr 2007 betrug die Summe, welche Expatriates nach Hause in Entwicklungsländer geschickt haben, 250 Millarden US$ - was mehr als das doppelte verglichen mit der gesamten Entwicklungshilfe der OECD Länder (103 Milliarden USD) - Source: Swisscontact; gerne senden wir Ihnen einen Artikel über El Salvador zu, der genau dieses Phänomen beschreibt.
Wirkung
Die erzielte Wirkung ist ungenügend für einen Einsatz von 2400 CHF/ 1600 € während vier Jahren: wenn die selbe Summe an "Médecins Sans Frontières" gespendet wird, kannst du fast 50 Kinder davor bewahren zu verhungern. Du kannst vielleicht den Erfolg nicht weiterverfolgen, dafür leben 50 Kinder, die sonst tot wären".
Dies ist etwas, das lange hin und her diskutiert werden kann. Die Tatsache ist, dass es wohl kaum eine NGO mit einer grösseren Wirkung gibt als unsere gibt. 2400 CHF/ 1600 € ist der Betrag, der über 4 Jahre eingesetzt wird und die Ausbildung, Verpflegung und Unterkunft beinhaltet.
Wir setzen auf 2 Ebenen an: 1. Durch das Stipendium (und die daraus folgende Ausbildung) werden die persönlichen Lebenschancen eines Schülers um 180° gedreht. 2. Da der Schüler ein "High Potential" ist, dienen die Stipendiaten als Multiplikatoren für die soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes. Wir glauben, dass dies wesentlich ist für die Nachhaltigkeit und Zukunft des Landes. Einige Beispiele: Einer unserer Schüler hat bereits eine kleine Initiative gegründet und für eine Hungersnot im nördlichen Kenia 400 CHF gesammelt und gespendet. Unser Kenianischer Partner und Gründer von Aiducation International, Jeremy, hatte selbst keinen Zugang zum Gymnasium, bis er von einer kleinen lokalen Initiative seines Rotary Clubs mit einem Stipendium gefördert wurde. Basierend auf dieser persönlichen Erfahrung, hat er nun unsere Organisation gegründet, um etwas zurückzugeben. Das ursprüngliche Schulgeld, was in ihn investiert wurde, geht viel weiter als die unmittelbare Wirkung, die es auf Jeremy selbst hatte - es wurde klar multipliziert!
Bedürftigkeit der Schüler/ Bewerber
Wie kommt es, dass gewisse Schüler Handynummer haben?
Normalerweise sind dies Nummern von Eltern, Verwandten, Nachbarn etc., und es ist wichtig, mit ihnen Kontakt zu haben,
um sie bei Notfällen zu erreichen. In Entwicklungsländern sind Handys verbreitet, da die Kosten niedrig sind und wenig Festnetzanschlüsse verfügbar sind. Der Anschluss an ein Stromnetz ist nicht notwendig, da Ladestationen vorhanden sind.
Warum sind manche Schüler schon ein Jahr zur Schule gegangen?
Dafür gibt es verschiedene Gründe: 1. Ein lokaler Sponsor oder ein Verwandter hat die Schulgebühren für das erste Jahr bezahlt. 2. Die Familie konnte für einen Teil der Schulgebühren aufkommen. Dadurch war es dem Schüler möglich eine Zeit lang die Schule zu besuchen. 3. Die Schule hat den Schüler vorerst auf “Probe” aufgenommen, damit er noch Geld auftreiben kann
4. Es ist möglich (und passiert häufig), dass das Geld nicht ausreicht und der Schüler nach Hause geschickt wird. 5. Aiducation International finanziert besonders talentierte Schüler vor.
Wieso haben es sich manche der Bewerber leisten können, in der Grundschule eine relativ teure “Privatschule” zu besuchen?
Dafür gibt es verschiedene Gründe: 1. Ein lokaler Sponsor hat ihnen das Schulgeld bezahlt (nun für die Mittelschule die Finanzierung eingestellt). 2. Die Schule hat den Schüler kostenlos oder zu sehr geringen Kosten aufgenommen, weil er auf einer anderen Schule besonders gute Leistungen gezeigt hat. Der Grund für die Schule liegt darin, dass in Kenia eine landesweite Rangliste für alle Grundschulen erstellt wird und die Position der Schule von den Abschlussnoten ihrer Absolventen abhängt. Je besser die Schüler der Schule, desto besser ihre Noten und desto höher die Position in dieser Rangliste. 3. In allen Fällen kann es vorkommen, dass Eltern Geld sparen, um ihren Kindern das Schulgeld in einer Privatschule für die letzten 1-2 Schuljahre zu bezahlen. Die Schulgebühren für eine private Grundschule sind in der Regel deutlich niedriger als für das Gymnasium. Der Grund: die Eltern wollen ihren Kindern kurz vor dem Abschluss eine sehr gute Lernumgebung bieten, um deren Leistungen im Abschlussexamen zu verbessern (öffentliche Grundschulen weisen häufig eine sehr niedrige Qualität auf; mit 80-200 Schüler pro Klasse ist es extrem schwierig, effektiv zu lernen und gute Noten zu erzielen).
Die Eltern eines Bewerbers haben angesehene Berufe (“pastor”, “lab technician”, "teacher"). Sind solche Schüler auch bedürftig?
Unsere Bewerber kommen häufig aus der ländlichen Gegend und nur selten aus totaler Armut, wie man sie in einem Slum antrifft. Trotz teilweise angesehener Berufe können sich viele Eltern die Schulgebühren ihres Kindes nicht leisten. Die häufigsten Gründe: 1. Die Eltern haben noch viele andere schulpflichtige Kinder und sind deshalb mit den Schulgebühren überfordert.
2. Die Schule des Bewerbers verlangt überdurchschnittlich hohe Schulgebühren (z.B. weil es eine “National School” ist)
Ein Bewerber nennt als Hobby “Computer” und besitzt eine Email-Adresse. Wieso zählt dieser Schüler trotzdem als “bedürftig”?
Klar ist es möglich, aufgrund von Hobbys Rückschlüsse auf die soziale Herkunft zu ziehen, diese können aber auch trügerisch sein. In Kenia bieten gewisse Sozialprojekte preiswerte Computerkurse an und in einigen Grundschulen werden die Schüler bereits mit dem Umgang von Computern geschult. Je nach Regelmässigkeit des Zugangs kann es deshalb sogar schon heute vorkommen, dass ein Schüler eine Email-Adresse besitzt (meistens stammen diese Adressen aber von Freunden, Bekannten oder Verwandten).
Organisation
Kann ich meine Spende steuerlich absetzen?
Ja, in der Schweiz, Deutschland und UK ist die Spende steuerlich absetzbar.
Ist Aiducation International politisch und weltanschaulich (Religion) neutral?
Ja, wir sind neutral! Die Religion und die politische Weltanschauung der Stipendiaten spielen bei der Auswahl der Bewerber keine Rolle und werden auch nicht abgefragt. Oft kennen wir nicht mal den Glauben, den ein Stipendiat praktiziert, falls er das überhaupt tut. Um ein Stipendium zu bekommen, müssen die Stipendiaten zwei zentrale Kriterien erfüllen: begabt und bedürftig sein!
Werden bei der Auswahl der Stipendiaten das Geschlecht oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie berücksichtigt?
Wir streben eine gleichmässige Verteilung der Geschlechter und Ethnien im Kreise unserer Stipendiaten an. Dennoch: unsere zwei Kriterien, Begabung und Bedürftigkeit, sind die vorrangigen Auswahlkriterien.
Transparenz
Wie wird meine Spende eingesetzt?
Mindestens 90% des Stipendien-Geldes werden in die Schulgebühren des vom AiduMaker gewählten Bewerbers investiert. Falls die Schulgebühr niedriger ist als das gespendete Geld, wird der Überschuss in die Gebühren von anderen Schülern investiert. Die Schulgebühren beinhalten den Unterricht, Unterkunft sowie die Verpflegung in der Schule. Die Familie des Schülers bezahlt für zusätzliche Kosten wie Schulbücher und -materialien, An- und Abfahrt zur Schule und Schuluniform. Dies ist der Eigenanteil, den wir von den Familien erwarten, da sich in Kenia selbst arme Familien solche Ausgaben leisten können.
Stellen Sie einen Jahresbericht zur Verfügung?
a – Dachorganisation. Die Dachorganisation Aiducation International erstellt keinen Jahresbericht, weil sie ohne Budget geführt wird. Ausserdem verfügt sie auch über kein Bankkonto. Das Ziel dieser Organisation besteht darin, globale Strategien zu definieren und Unterstützung für die nationalen Chapter zur Verfügung zu stellen. Alle finanziellen Mittel, die von AiduMakern gespendet werden, werden direkt den Bankkonten der nationalen Chapter gutgeschrieben und gehen nicht durch die Dachorganisation. Nur der Dachorganisation Aiducation International ist es momentan erlaubt mit Corporate Partnern und Stiftungen zu kooperieren. Wenn eine Spende vergeben wird, wird das Geld zum entsprechenden nationalen Chapter geleitet, welches wiederum eine Überweisung zu Aiducation Kenya vornimmt.
Wir haben eine "One-voice-policy" betreffend Partnerschaften: Bevor ein nationales Chapter eine Unternehmung oder Stiftung angeht, muss die Dachorganisation involviert werden. Ansonsten könnte es dazu führen, dass dieselbe Unternehmung oder Stiftung mehrfach kontaktiert wird und dies im schlimmsten Fall mit verschiedenen Angeboten.
b - Nationale Chapter. In der UK haben wir noch keinen Jahresbericht. Der erste Jahresbericht für das UK Chapter wird Ende unseres ersten Tätigkeitsjahrs an die Charity Commission ausgehändigt. Dieser Bericht wird unsere Mission bekräftigen, die Errungenschaften des ersten Jahres präsentieren und einen Finanzbericht enthalten. Es wird auf der Website der Commission veröffentlicht. Das Deutschland Chapter hat gerade sein erstes Tätigkeitsjahr abgeschlossen und befindet sich im Prozess seinen ersten Bericht zu erstellen. Das Schweizer Chapter verfügt über einen Finanzbericht. Er ist auf Anfrage erhältlich – lassen Sie es uns bitte wissen, wenn Sie eine Kopie davon möchten. Alle Schulgebühren werden durch Aiducation Kenya bezahlt. Alle Belege werden an Aiducation Schweiz übermittelt, wo die Ausgaben überprüft werden.
Wird eure Performance (inkl. finanzielle Performance) durch eine unabhängige Instanz beurteilt?
Alle nationalen Chapter sind als Nonprofit Organisationen registriert und müssen deswegen die Gesetze und Verordnungen ihres Landes einhalten. Unabhängige Audits von Finanzberichten ist momentan in keinem unserer Chapter eine realistische Option, da Wirtschaftsprüfungs-Firmen Honorare verlangen, die wir uns nicht leisten können. In Chaptern, in welchen Stipendien vergeben werden, werden die Finanzen jährlich von finanziell versierten AiduMakern (Spendern) überprüft. Mangels einer vollständigen Rechnungsprüfung stellt dies eine gute, unabhängige Kontrolle dar, da AiduMaker einen hohen Anreiz haben sicherzugehen, dass ihr Geld richtig eingesetzt wird.
Fliessen wirklich über 90% des gespendeten Geldes in Schulgebühren?
Ja, mindestens 90% des von AiduMakern gespendeten Geldes werden in Schulgebühren investiert. Verwaltungskosten und Kosten für das Fundraising werden von "Infrastruktur-Sponsoren" gedeckt. Für den Fall, dass wir unsere Infrastruktur-Sponsoren in Zukunft verlieren würden, haben sich die Gründer von Aiducation International darauf geeinigt, dass mindestens 90% des zukünftig gespendeten Geldes immer für Stipendien eingesetzt werden müssen.
Wie geht ihr mit Schwankungen bei den Schulgebühren und Währungen um?
Ein Stipendium kostet 1600 € oder 2400 CHF, d.h. ca. 180'000 Kenianische Schilling. Dies sind die Durchschnittskosten für 4 Jahre Mittelschulbildung. Jedoch können die Gebühren zwischen verschiedenen Schulen und verschiedenen Schuljahren variieren, und auch Währungsschwankungen spielen eine Rolle. Wenn der vom AiduMaker bezahlte Betrag höher ist als die Gebühr der jeweiligen Schule, fliesst der restliche Betrag an einen Fonds. Wenn der Betrag kleiner ist als die nötige Schulgebühr, wird das Stipendium durch Geld des Fonds ergänzt. Der Fonds wird ausschliesslich für die Finanzierung der karitativen Zwecke von Aiducation International eingesetzt. Deswegen können wir unser Versprechen halten, dass über 90% der von AiduMakern gespendeten Geldern in die Ausbildung von talentierten Schülern in Kenia fliessen.
Vertrauen
Wie stellt ihr sicher, dass kein Stipendium zweimal verkauft wird? (Betrug und Missbrauch auf Sales Seite)?
1. Stipendiat weiss auch, wer der Stifter ist und spricht diesen persönlich in seinem Fortschrittsbericht an. 2. Reports werden aus aus Kenia zum Headquarter gesendet. 3. Natürlich behalten wir die Übersicht über jedes einzelne Stipendium!
Sind meine persönlichen Daten bei Euch sicher? Wer erhält aller Einblick in die Datenbank?
Nur das Kernteam von Aiducation International hat Zugang zu Ihren persönlichen Daten. Die Daten sind gesichert und sie werden nicht veröffentlicht - auch nicht Ihr Name!
Wie stellt ihr bei der exklusiven 1:1 Beziehung die Sicherheit eurer Stipendiaten sicher? Stichwort Datensicherheit, Machtmissbrauch
Wir klären die Stipendiaten auf, sie sind weder ihrem Stifter noch Aiducation International zu irgendetwas verpflichtet sind, ausser dazu, ihre Mittelschulbildung erfolgreich abzuschliessen. Überdies wird der direkte Kontakt zwischen AiduMaker und Schüler stark eingeschränkt und es werden keine detaillierte Kontaktinformation des Schülers an den AiduMaker herausgegeben. Ein Machtmissbrauch auf Seiten der Stifter ist somit nahezu ausgeschlossen!
Wir das Geld an die Schüler oder direkt an die Schulen überwiesen?
Um Missbrauch des Geldes auf ein Minimum zu beschränken, wird das Geld direkt an die Schule übermittelt. Dank verschiedenen Geldpreisen, welche Aiducation International letztes Jahr gewonnen hat, sind unsere Verwaltungskosten zu einem grossen Teil gedeckt, damit wir über 90% der Spenden in Schulgebühren investieren können.
Kenia
Warum habt ihr ausgerechnet Kenia ausgewählt und nicht ein anderes Land
(in dem es den Leuten noch schlechter geht)?
Es gibt mehrere spezielle Gründe, weshalb wir mit Kenia angefangen haben. 1. Ursprung der Organisation ist in Kenia: Kenianer sahen die Notwendigkeit dieser Hilfe und haben daher die Organisation gegründet. Ein zweites Land folgt bald. 2. Das Bildungssystem in Kenia passt perfekt zu unserem Konzept: Die Grundschule ist kostenlos und für alle zugänglich, während die Oberschule (das Gymnasium) für über 40% eines Jahrgangs nicht finanzierbar ist. Gleichzeitig gibt es für die besten ca. 10% eines Jahrgangs Bildungsdarlehen für den Besuch der Universität, nicht aber für den Besuch des Gymnasiums. Ferner gibt es nach der Grundschule sowie nach dem Gymnasium Zentralexamen, deren Ergebnisse publiziert werden. Dadurch kann die schulische Leistung der Schüler verglichen werden. Wir gehen nun davon aus, dass 50% der von uns unterstützten Schüler nach dem Abschluss des Gymnasiums zu den 10% Besten ihres Jahrganges gehören und somit eines der Bildungsdarlehen für den Besuch der Universität erhalten. 3. Kenia ist NGO-Hub: Kenia ist ein für afrikanische Verhältnisse stabiles Land und deshalb zu Recht schon seit Jahrzehnten DER Sitz von Nichtregierungsorganisationen in Afrika; in Nairobi sind alle grossen NGOs ansässig, Nairobi ist nach New York und Genf der wichtigste Sitz der UNO. Von hier aus werden alle afrikanischen Missionen geplant und umgesetzt! 4. Kenia für afrikanische Verhältnisse sehr stabil und demokratisch: der letzte Wahlkampf war extrem offen und fair, die Unruhen im letzten Januar 2008 sind dennoch ernst zunehmen. Unterm Strich hatte dieser Generalstreik dennoch ein extrem positives Ergebnis: das demokratische Votum des Volkes wurde so durchgesetzt: Das ist ein gutes Zeichen und wir gehen davon aus, dass sich Kenia auch weiterhin in Richtung Demokratie entwickelt! 5. Kenia hat wirtschaftliches Potenzial: Kenia hat grosses wirtschaftliches Potenzial, weil es schon heute vom Indischen Ozean aus einen Grossteil des afrikanischen Hinterlandes versorgt und dadurch auch selbst leichten Zugang zum Weltmarkt hat! 6. Kenia investiert in Bildung: Die kenianische Regierung und Gesellschaft sind sich der Bedeutung von Bildung bewusst: ca. 30% der Staatsausgaben fliessen in den Bildungssektor (nur 5% ins Militär!)! Das Geld wird hauptsächlich in den Ausbau der Grundschulen gesteckt, denn seit 2003 gibt es in Kenia kostenlose Grundschulen.
Kenia ist ein sehr korruptes Land, woher weiss ich, dass das Geld auch wirklich ankommt?
Ja, Kenia ist sehr korrupt.
Wir haben deshalb die folgenden Massnahmen getroffen um sicherzustellen, dass ihr Geld so verwendet wird wie beabsichtigt: 1. Die Schüler oder deren Familien sehen das Geld gar nicht, es wird den Schulen direkt überwiesen; 2. Wir erhalten für alle Ausgaben Quittungen; 3. Besuche vor Ort dienen als Stichproben zur Qualitätskontrolle; 4. Die Organisation hat ihre Wurzeln in der kenianischen Zivilgesellschaft - das Projekt wird von Einheimischen getragen, diese arbeiten ehrenamtlich und identifizieren sich damit, sind folglich vertrauenswürdig; 5. Aiducation International Kenia hat direkten Kontakt zu den Schülern, Schulen und Eltern der Schüler; um das System zu missbrauchen müssten alle diese Parteien bewusst und einheitlich zusammenarbeiten. 6. Der Stifter erhält Fortschrittsberichte und Zeugnisse des Schülers und er wird von ihnen persönlich angesprochen im Fortschrittsbericht - damit ist das 1:1-Prinzip und die Erfolgskontrolle der Investition für Stifter gesichert.
Bildungssystem in Kenia
Warum fördert ihr keine Studierende oder Grundschüler, warum ausgerechnet Gymnasiasten?
Das Bildungssystem in Kenia hat einen klassischen Engpass: Nach der kostenlosen Grundschule können sich viele Schüler in Kenia das teure Gymnasium nicht leisten. Deswegen müssen viele die Schule verlassen und haben keine Chance auf Ausbildung und eine Zukunft. Nach dem Gymnasium jedoch erhalten etwa 10% aller Schüler ein staatliches Darlehen für den Besuch der Universität! Wir unterstützen nur die talentiertesten Schüler eines Jahrgangs und gehen somit davon aus, dass 50% unserer Schüler solche staatlichen Darlehen erhalten werden. (Anmerkung: Zurzeit unterstützen wir die Schüler nach dem Gymnasium nicht weiter, diskutieren aber auch die Einführung von Universitätsstipendien). Mit unseren leistungsabhängigen Gymnasial-Stipendien springen wir also genau da ein, wo begabte und bedürftige Schüler aus dem Bildungssystem fallen: beim Eintritt ins Gymnasium! Sollte ein Schüler nach dem Gymnasium kein staatliches Darlehen erhalten, hat er sehr viel bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt als noch nach der Grundschule. Neben Universitäten gibt es jedoch andere Hochschulen, die preiswerter sind und möglicherweise durch Kredite finanziert werden können.
Wie fair ist die Notenvergabe? Hängen gute Noten nicht von Dingen wie Geld oder sexuellen Gefälligkeiten ab?
Es gibt in Kenia zentrale Examen nach der Grundschule und nach dem Gymnasium. Die Resultate sind sehr transparent. Es wird nicht nur ein Ranking aller Schüler durchgeführt und veröffentlicht (zur Illustration können wir Ihnen gerne eine Liste der besten Schüler der Küstenprovinz aus dem Grundschulexamen 2006 senden, weitere Informationen gibt es auch auf der Website des "Kenya National Examinations Council" http://www.examscouncil.or.ke/index.php), sondern auch ein Ranking aller Schulen. Obwohl Kenia sehr korrupt ist (was katastrophale Konsequenzen für die Entwicklung des Landes hat)trifft es nicht zu, dass gute Noten in Kenia von besonderen Gefälligkeiten abhängen!
Wie hoch sind die Schulgebühren tatsächlich?
1. Schulgebühren schwanken stark zwischen den Schulen (Faktor 3). 2. Sie schwanken auch zwischen den Schuljahren (Faktor 2). 3. 400 Euro/ 600 CHF entsprechen einer durchschnittlichen jährlichen Schulgebühr. 4. Falls ein Schüler preiswerte Gebühren zahlt, wird ein “teurerer” damit querfinanziert.
Abschliessende Fragen
UNTERSTüZt ihr keine Mädchen?
Der AiduMaker kann wählen ob er das Stipendium an ein Mädchen oder einen Jungen vergeben will. Wenn alle Mädchen bereits ein Stipendium erhalten haben, bieten wir an ihn zu kontaktieren, sobald wir eine gute Bewerbung von einer Schülerin erhalten.
Kann ich direkt mit dem Schüler in Kontakt treten, an den ich ein Stipendium vergeben habe?
Anders als bei Patenschaftsorganisationen wollen wir den direkten Kontakt zwischen Stifter und Stipendiaten aus den folgenden Gründen vermeiden: 1. Die Stipendiaten werden abgelenkt; 2. Es ensteht erheblicher organisatorischer Aufwand (die Stipendiaten haben häufig weder Telefon noch Email oder Postanschrift); 3. Die Schüler leben in armen Gebieten. Sie sind ernsthaften Krankheiten ausgesetzt, kommen aus Familien mit erheblichen existenziellen Problemen, und häufig sind sie auch Todesfällen ausgesetzt. Durch den direkten Kontakt könnten Schüler bei den AiduMakern nach weiterer Unterstützung fragen aufgrund der Probleme, die sie und ihre Familien haben. Wir möchten diese Art von zusätzlichen Anfragen zur finanziellen Unterstützung vermeiden, da unsere AiduMaker bereits einen tollen Einsatz geben, und deswegen wäre solche Direkthilfe nicht mit unserem Leistungsprinzip zu vereinbaren. Ausserdem hätten wir auch keine Möglichkeit sicherzustellen, dass das Geld wirklich dort ankommt, wo es am dringendsten gebraucht wird.
Muss ich weniger bezahlen, wenn der Schüler bereits in der Schule war?
Nein, der Stipendienpreis ist immer gleich. Da wir teilweise die Schüler vorfinanzieren, müssen wir diese Ausgaben wieder hereinbekommen. Alle Überschüsse fliessen in einen Pool, daraus werden weitere Stipendien an Schüler vergeben, die noch 1-2 Jahre in die Schule müssen (Drop outs). Insgesamt fliessen immer über 90% der Spenden in Schulgebühren.



